- - - Ende Februar hat unsere “Filmschule 2012“ begonnen. Alle Plätze ausgebucht! - - - "Objektiv" wächst weiter: 30. Mitglied aufgenommen - - - Tagesworkshop speziell für Jungfilmer (15 - 25 Jahre) geplant: "Filmgestaltung kompakt" - - -


Vorbemerkung

Filme machen ist eine gestalterische, schöpferische Tätigkeit. Aber: Wer sich mit Filmgestaltung beschäftigt, kommt nicht an den damit verbundenen technischen Fragen vorbei. Filmgestaltung und ein gewisses Verständnis für die dazu notwendige Technik gehören zusammen. Wir meinen, in beiden Feldern sollen unsere Mitglieder (und die Gäste) etwas lernen können und ihre Fragen beantwortet bekommen. Allerdings behandeln wir technische Fragen und Probleme immer nur mit Bezug zu einer konkreten gestalterischen Anwendung. Technik-Diskussionen nur um der Technik willen überlassen wir den Freaks.

Aufbau der Technik und Vorbereitung der Projektion

Der Klubabend beginnt um 19.30 Uhr mit dem Aufbau unserer umfangreichen Technik (Beamer, Zuspielgerät(e), große Leinwand, Audio-Anlage). Spätestens um 20.00 Uhr soll alles eingerichtet sein. Wer nicht beim Technik-Team mit anpackt, nutzt die Zeit des Aufbaus für individuelle Gespräche. Unsere Klubabende werden zurzeit im Schnitt von etwa 20 Mitgliedern und Gästen besucht.

Zur Eröffnung: "Neuigkeiten - Fragen - Erfahrungsaustausch"

Der eigentliche Klubabend startet traditionell mit dem Punkt "Neuigkeiten / Fragen / Tipps & Erfahrungsaustausch". Hier wird zunächst über Neues aus dem Klub- und Verbandsleben (z.B. Termine, geplante Projekte) berichtet. Außerdem gibt es aktuelle Informationen über technische Trends und Entwicklungen (Geräte, Zubehör, Schnittsoftware), und Interessierte erhalten erste Tipps und Empfehlungen für die Neuanschaffung von Geräten. Schließlich kann hier jeder seine technischen Probleme vortragen und nach Lösungshilfe suchen bzw. nachfragen, wenn er etwas nicht verstanden hat. Bei größeren Problemen oder bei Fragen, die zu sehr ins Spezielle gehen, wird eine "Sonderberatung" organisiert.

Die Filmdiskussion

Schwerpunkt eines jeden Klubabends ist die Filmdiskussion. Hier geht es vorrangig um Fragen der Filmgestaltung. Filme von Mitgliedern (oder auch von Gästen) werden gezeigt und besprochen. Dies tun wir sehr intensiv und sehr ausführlich. Eine Filmbesprechung kann ohne weiteres eine Dreiviertelstunde oder länger dauern. In der Regel besprechen wir an einem Abend zwei Filme. In der Diskussion erhalten die jeweiligen Autoren von den anderen eine sehr offene Rückmeldung darüber, wie ihr Film angekommen ist. Das heißt: Lob, Anerkennung und auch Ermutigung für alles, was gut gelungen ist, ebenso aber auch Hinweise auf Fehler und Mängel sowie alle möglichen Vorschläge zur Verbesserung des betreffenden Werkes, einschließlich Anregungen für die zukünftige Filmarbeit.

Bei unseren Filmdiskussionen praktizieren wir eine interessante, für ungeübte Autoren zunächst etwas ungewohnte Spielregel: Für den Autor des zu besprechenden Films gilt während der ganzen Diskussionszeit: "Absolute Sendepause!". Er soll einfach anhören und zuhören, wie sein Film von den anderen wahrgenommen wurde und wie er bei ihnen angekommen ist. Und zwar ohne seine Erklärungen, Erläuterungen oder Hinweise. Ein Film entsteht letztendlich im Kopf des Betrachters! Und dann auch noch keinesfalls in jedem Kopf gleich. Nur die Zuschauer können dem Autor sagen, was in dem betreffenden Film wie auf sie gewirkt hat. Erst wenn alle Diskussionsteilnehmer ihre Eindrücke losgeworden sind, kann der Autor sich wieder in die Diskussion einschalten. Nun kann er nachfragen und gerne auch seine filmerischen Absichten erläutern. Ein Autor, der für die Rückmeldungen der Zuschauer offen ist, kann davon nur profitieren. Selbstverständlich ist kein Autor gezwungen, alle Anregungen und Kommentare umzusetzen. Es ist und bleibt sein Film. Er allein muss entscheiden, welche Argumente aus der Filmdiskussion ihn überzeugen und was er daraufhin an seinem Film ändert.

Grundsätzlich ist es unserer Meinung nach sehr wichtig, dass Anregungen und Verbesserungsvorschläge für einen Film nicht zu spät kommen. Deshalb werden bei uns Filme nicht erst besprochen, wenn sie komplett fertig sind, sondern mehrfach und in den verschiedenen Zwischenstadien ihrer Entstehung. Bei uns heißt das "Arbeitsversionen".

Für Gäste anfangs vielleicht etwas irritierend (?)

Bei einer Filmbesprechung können alle etwas lernen. In erster Linie soll sie aber dem Autor etwas bringen. Nicht selten gehen wir dabei sehr ins Detail. In diesem Zusammenhang eine kleine "Vorwarnung" für unsere Gäste. Für sie können unsere Filmdiskussionen anfangs ziemlich irritierend sein. Zu Vieles stürmt da gleichzeitig auf sie ein: Wichtige Regeln bei der Arbeit mit der Kamera, Hinweise zur Bildgestaltung, Empfehlungen zum Aufbau von Sequenzen, Feinheiten beim Schnitt, Anregungen zur Tongestaltung, Verbesserungsvorschläge für den Kommentar usw. Nicht selten bezieht sich die Diskussion auf Feinheiten, die sie selbst (zunächst!) noch nicht einmal wahrnehmen. Außerdem werden viele Dinge auch noch kontrovers diskutiert. Doch: Die "einzig wahren Regeln" für den optimalen Film gibt es nicht! Unterschiedliche Meinungen sind da völlig normal. Überhaupt müssen die meisten Gäste und auch Neumitglieder in der ersten Zeit erst einmal richtig (hin)sehen lernen. Es braucht seine Zeit, um den Blick für die gestalterischen Elemente beim Film zu schärfen. Das gilt für das Wahrnehmen von Verbesserungsmöglichkeiten ebenso wie für das Erkennen (und Genießen) gestalterischer "Delikatessen".

Regelmäßige Themenabende oder Workshops

Immer wieder stoßen wir bei unseren Filmdiskussionen auf Probleme oder Fragestellungen, die man nicht "auf die Schnelle" abhandeln kann, sondern die ausführlicher behandelt werden müssen. Dies geschieht dann in Form von so genannten Themenabenden. Mehrfach pro Jahr widmen wir einen ganzen Klubabend einem einzigen Thema, das wir dann in Theorie (Referat) und Praxis (Übungen) vertieft abhandeln. Das können gestalterische wie auch technische Themen sein. Zum Beispiel: Wie muss man filmen, um später gute Sequenzen schneiden zu können? Wie "setzt" man Licht im Film? Wie kann man Szenenübergänge gestalten? Wie schreibt man einen guten Kommentar? Wie filmt man "tote Gegenstände", etwa Architektur? Welches Mikrofon für welchen Zweck? Wie erstellt man ein Storyboard? Was muss ich beim Bildaufbau im Format 16:9 beachten? usw. Und wenn selbst ein kompletter Klubabend nicht ausreicht, um einen Themenkomplex zufriedenstellend zu bewältigen, dann organisieren wir halbtägige oder ganztägige Workshops. Zu solchen Workshops laden wir gelegentlich auch externe Spezialisten als Referenten ein. Meist sind unsere Workshops auch für Nicht-Mitglieder geöffnet.