Drei wichtige Regeln für Anfänger

 

Damit es der Anfänger nicht zu "schlimm treibt", sollte er zunächst einmal die folgenden drei Grundregeln ziemlich strikt beachten:

 

1. NIE ohne Stativ!

Ganz besonders beim Filmen in der Teleeinstellung wird niemand wackelfreie Bilder schaffen. Aber gerade ein ruhig stehendes Bild fördert die Konzentration auf die Bildinhalte und stärkt die Filmillusion. Jeder Wackler ist für den Zuschauer eine (technische) Störung, die ihn irritiert und aus seiner Stimmung herausreißt.

2. NIE schwenken!

Das menschliche Auge "schwenkt" in der Regel auch nicht, sondern es "springt" von einem Betrachtungsschwerpunkt zum anderen. Mit anderen Worten: Unser Auge macht "harte Schnitte". Lediglich wenn wir etwas gezielt (ab)suchen oder etwas in unserem Blickfeld verfolgen, "schwenken" unsere Augen.

3. NIE zoomen!

Das Zoomobjektiv an der Kamera dient in erster Linie dazu, die Einstellungsgrößen (d.h. den Bildausschnitt) zu wählen. Hierbei befindet sich die Kamera nicht im Aufnahmemodus.

 

Aber Achtung: Das einzige Wort, über das man bei diesen Grundregeln gelegentlich streiten kann, ist das Wort "NIE". Denn wie bei allen Regeln gibt es auch hier Ausnahmen:

 

1. Nie ohne Stativ…

Ausnahme: Die so genannte "subjektive Kamera". Hier stellt die Kamera gleichsam eine handelnde Person bzw. deren Augen dar und bewegt sich entsprechend. Oder: In einem Getümmel (z.B. Jahrmarkt, Volksfest) wird mit einer frei bewegten Kamera gearbeitet ("entfesselte Kamera"). Wenn sich rundum alles bewegt, fällt die Bewegung der Kamera nicht (so) auf. Die Kamerabewegung gehört vielmehr fast dazu. Durch die "mittanzende Kamera" wird der Eindruck eines Getümmels oder auch eines ausgelassenen Festes u.U. noch verstärkt. Auch beim Filmen in einem Auto bzw. auch aus einem Auto heraus darf die Kamera (in Grenzen) bewegt sein, weil das die Fahrsituation widerspiegelt.

2. Nie schwenken…

Ausnahme: Wenn der Blick des Zuschauers gezielt von einem Punkt zu einem anderen gelenkt werden soll. Auch darf die Kamera selbstverständlich mitschwenken, um einer Bewegung im Bild zu folgen. Außerdem: Falls sich im Bild so gut wie gar nichts bewegt (z.B. beim Filmen von Architektur, Denkmälern oder technischen Konstruktionen), dann sollte bzw. muss sich die Kamera sogar bewegen.

3. Nie zoomen…

Ausnahme: Wenn der Eindruck einer Kamerafahrt erzeugt werden soll. Dann kann man mit einem gezielten Zoom entweder zu einem Ausschnitt  bzw. zu einem Detail der Gesamtschau hinführen (= Zoom-In) oder von einem Detail wegführen und auf diese Weise einen Gesamtüberblick eröffnen (= Zoom-Out).

 

Und gleich ein paar Tipps:

  • Bei Schwenks und Zooms immer erst mehrere "Trockenübungen" machen. Bei Zooms geht es vor allem darum, am Ende des Zooms wirklich den optimalen und gewünschten Bildausschnitt zu treffen. Bei Schwenks dienen die Trockenübungen dazu, den genauen Startpunkt einzurichten sowie den exakten Endpunkt der Kamerabewegung zu finden und festzulegen.
  • Die "7-Sekunden-Regel" beachten! D.h. vor Beginn und nach Abschluss einer Kamerafahrt bzw. -bewegung die Kamera sieben Sekunden (in statischer Position) laufen lassen. Das gibt genügend "Fleisch" für den Schnitt und ggf. auch die Möglichkeit, diese statischen Einstellungen allein zu nutzen, falls man später beim Schnitt auf die Kamerabewegung verzichten möchte (oder muss).
  • Bei einfach konstruierten Stativen gibt es bei Schwenks oft Probleme, die Kamerabewegung weich bzw. ruckelfrei anzufahren und/oder sie auch entsprechend zu beenden. Statt mit der Hand zu schwenken hilft dann oft der "Gummiband-Trick".

 

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